## VirtualitÀt
Der Name des Verbunds â *Virtuelle Lebenswelten* â ist zugleich die Beschreibung des selbst gegebenen Programms. Mein Projekt ist nicht in der Position, eine zusammenfassende Auskunft ĂŒber die Bedeutung dieses Namens zu liefern â diese Aufgabe fĂ€llt AntrĂ€gen, SammelbĂ€nden und anteilig den Teilprojekten und ihren Unterprojekten zu.
FĂŒr mein Projekt ist interessant, wie das Programm praktisch ausgefĂŒllt wird. Bevor ich ĂŒber die unterschiedlichen Weisen, das Programm auszufĂŒhren, sprechen kann, will ich zunĂ€chst festhalten, dass es sich um ein Programm handelt. Es ist absichtsvoll und notwendigerweise offen verfasst, um einer Vielzahl von Disziplinen und Projekten einen Beitrag zu ermöglichen.
Was auch immer *Virtuelle Lebenswelten* oder *VirtualitĂ€t* als Begriffe fĂŒr den Verbund, die Teilprojekte und die einzelnen Forscher:innen bedeutet, sie erfĂŒllen jedenfalls eine integrierende Funktion als eine Semantik der Verbindung des Verbunds. Das Programm kann als Anlass und Leitlinie der individuellen und kollaborativen Arbeit mobilisiert werden.
Ein inhaltlich unbestimmter, aber zentraler Aspekt des Programms ist, *VirtualitÀt* sowohl als Gegenstand als auch als Mittel der Forschung zu nutzen. Deshalb schlage ich vorlÀufig den Begriff der *virtuellen Forschung* vor, der in einem weiten Sinn nicht mehr und nicht weniger bezeichnet, als mögliche Weisen der Forschung in meinem Feld, die VirtualitÀt als Gegenstand oder Mittel einsetzen. Dies geschieht auf unterschiedliche Weisen und es ist das Ziel meines Projekts, diese genauer zu beschreiben.
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> Das Virtuelle hingegen hat sich nicht zu realisieren, sondern zu aktualisieren; und die bestimmenden Regeln der Aktualisierung sind nicht mehr Gleichartigkeit und Limitation, sondern Unterschied oder Divergenz sowie schöpferisches Hervorbringen. \[âŠ] Denn das Virtuelle kann, um sich zu aktualisieren, nicht auf das Verfahren zurĂŒckgreifen, etwas auszuscheiden oder zu limitieren, sondern muĂ seine eigenen Aktualisierungslinien in positiven Akten erschaffen. \[âŠ] Im ProzeĂ der Aktualisierung zĂ€hlt in erster Linie der Unterschied. \[âŠ] VirtualitĂ€t hat die Eigenart, in der Weise zu existieren, daĂ sie sich differenzierend aktualisiert und daĂ sie, um aktuell zu werden, sich zu differenzieren und ihre Differenzierungslinien erst zu schaffen hat (Deleuze 1989: 122f).
> âA virtual X (where X is a common noun) is something, not an X, which has the efficiency ivirtus) of an X.â (Peirce 1902: 763)