# Feld
Das Feld meiner Untersuchung ist ein Sonderforschungsbereich (SFB) â ein gröĂeres Förderformat der DFG. Dieser SFB lĂ€uft seit 2022, möglich sind 12 Jahre. Der Verbund besteht aus rund 60 Personen, verteilt auf 15 Teilprojekte. Die Teilprojekte kommen aus unterschiedlichen Disziplinen und arbeiten zu eigenen, unterschiedlichen Themen. Gleichzeitig hat der Verbund ein gemeinsames Forschungsprogramm.
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Das INF-Projekt innerhalb des Verbunds besteht darin, die _Forschungsweisen_ am Verbund zu untersuchen. DafĂŒr mache ich eine Ethnografie der Praktiken am SFB. Das steht in der Tradition einer sozialwissenschaftlichen Wissenschaftsforschung, der _Science and Technology Studies_ (STS), der Laborstudien und der Infrastrukturforschung. Mein Fokus liegt auf Praktiken, Techniken, Daten und Infrastrukturen. SchlieĂlich hat das Projekt nicht nur einen Forschungsauftrag, sondern soll auch in die lokale Forschungsinfrastruktur intervenieren. Meine eigene Forschungspraxis besteht vor allem aus teilnehmender Beobachtung sowie Einzel- und Gruppeninterviews, ergĂ€nzt durch partizipative Workshops, einmalige experimentelle Projekte und klassische Befragungen.
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Schauen wir uns den Sonderforschungsbereich genauer an. Es handelt sich um einen geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlichen SFB. Hier ein paar Beispiele fĂŒr Themen in den Teilprojekten: Gegenwartsliteratur unter digitalen Bedingungen, Ausstellung von Kunst mit VR-Brillen, digitale Objekte in der MediĂ€vistik und Sensorik von autonomen Fahrzeugen. Es gibt also ein ausgeprĂ€gtes Interesse an digitaler Technik als Gegenstand. Ebenso digital sind die alltĂ€glichen Arbeitsweisen: E-Mail, Microsoft Office, Ordner-Strukturen. Nicht digital sind hingegen die Forschungsmethoden, zumindest nicht im Sinne der Digital Humanities. Das nenne ich _postdigitale Geisteswissenschaften_: Digitalisierung ist auch hier normal, digitale und nicht-digitale Themen stehen gleichrangig nebeneinander, der Arbeitsalltag ist selbstverstĂ€ndlich durchdigitalisiert â aber wir haben es nicht mit Digital Humanities zu tun, was sich in den Methoden ausdrĂŒckt.
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